Buchrezensionen

Buchrezensionen

Hast Du ein interessantes Buch gelesen?

Gibt es für Dich „die Bibel“ Deines Fachgebietes, mit der es sich besonders gut für die Facharztprüfung lernen läßt?

Hast du ein Buch, dass Dir geholfen hat, Deinen Weg in der Medizin weiterzugehen, Dir weitergeholfen hat, mit schwierigen Situationen im Berufsalltag umzugehen?

Dann lass die Gemeinschaft daran teilhaben – schreibe eine kleine Rezension und maile sie an kontakt@chirurginnen.com – sie wird dann hier für alle Mitglieder veröffentlicht.

 

Fachbücher

Persönlichkeitsentwicklung

Erfahrungen

 

Witzig und federleicht legt dieses Buch den Finger genau da hin, wo es ganz fürchterlich weh tut. Das ironische Handbuch, das Frauen auf dem Weg zum Erfolg (aber bloß nicht zu viel Erfolg) lehren will, Situationen zu umschiffen, in denen Männer sich bedroht fühlen könnten, trifft mit Schwung ins Schwarze.

Mittlerweile gibt es das pinke Büchlein von Sarah Cooper auch auf Deutsch: „Wie du erfolgreich wirst, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen: Das wahrscheinlich wichtigste Buch für Frauen in der Arbeitswelt“. Ziel der kurzweiligen Kapitel ist es, der lesenden Frau beizubringen, sich im Job so zu verhalten, dass sie möglichst wenig auffällt, und  wenig Unannehmlichkeiten verursacht.

Dies geschieht auf vielfältige Weise, sei es, dass ausführlich besprochen wird, wie die perfekte Frisur und Kleidung zu sein hat (nicht zu sexy, nicht zu langweilig, nicht zu brav, nicht zu frech…), sei es in Form einer Abenteuergeschichte, in welcher man selbst durch Auswählen der Fortsetzungsgeschichte seinen Weg durch ein Unternehmen bestreitet – wird man am Ende beliebt oder erfolgreich?

Wer viel lacht, kann gar nicht so wütend werden, wie man es eigentlich sollte, wenn man sich die Hintergründe dieser Aussagen bewusst macht. Immer noch machen sich Frauen Gedanken, während Männer einfach vorangehen. Immer noch müssen sich Frauen mit schlecht bezahlten Posten zufriedengeben, während Männer scheinbar mühelos mehr herausschlagen. Immer noch werden Frauen nach der Geburt ihrer Kinder beruflich kaltgestellt, während Männer scheinbar problemlos eine oder mehrere Familien mit ihrer Karriere vereinbaren können.

Ich möchte jeder und jedem dieses Büchlein ans Herz legen. Wer drüber lachen kann, hat verstanden, was sich ändern muss. Und bis diese Änderungen in der Realität angekommen sind, gibt es für uns potenziell erfolgreiche Frauen im Buch drei Schnurrbärte zum Ausschneiden – zur besseren Anpassung.

Paula Beck

 

Das Buch ist eine Pflichtlektüre für alle Frauen und Männer. Journalistin Caroline Criado-Perez belegt mit beeindruckender Rescherchentiefe und Quellenmenge wie die Industrie, Politik, Forschung und Wissenschaft sich an Männern orientieren. Frauen stellen die Mehrheit der Einwohnerschaft der meisten Länder und werden dennoch nicht wahrgenommen. In vielen Fällen ist es keine Bösartigkeit. Da viele Entscheidungen von Männern getroffenen werden, bleiben die Frauen und ihre Bedürfnisse außen vor. Die Männer können sich dann schlicht nicht in den Alltag der Frau hineinversetzen und nehmen deswegen die Probleme nicht wahr oder nicht ernst.

Das Buch konnte ich nur in kleinen Abschnitten lesen, weil jede Seite mich wütend zurückließ, aber auch sehr erhellend und bewegend wirkte.

„Unsichtbare Frauen“ ist kein Feministenwerk, sondern sachliche Darstellung ohne Polemik. Sehr interessant und lesenswert!

Kristina Korsake 

 

Es ist glatt, jeder Schritt will bedacht sein und muss bewusst getätigt werden, sonst stürzen wir.

Achtsam mit der eigenen Kraft umgehen ist etwas, was in der Unfallchirurgie, in die Lieschen Müller gerät, keinen Platz hat.

Zudem muss sie sich noch vor Antritt ihrer ersten Stelle mit Fragen ihrer Familienplanung vor Menschen auseinandersetzen, die ihr Privatleben nichts angehen. Doch das wird konsequent ignoriert. Und so mutiert sie während ihrer Weiterbildung von der fröhlichen hochmotivierten Studentin zum Zombie, dessen Grundnahrungsmittel aus Keksen und Cola bestehen und dessen Leben sich zwischen einem kahlen Appartement und Klinik abspielt. Dabei droht sie zu stürzen, verliert fast sich selbst und merkt nicht, wie sehr ihr persönlicher Weg dem der Medizin als Ganzes ähnelt – in wirtschaftlichen Zwängen und in einer steilen Hierarchie gefangen ohne Steuerungsmöglichkeiten, verliert sie den Bezug zu den Menschen, denen sie helfen soll. Doch es gibt eine positive Wende, sie „kriegt doch noch die Kurve“, durch wen und welche „Umstände“— lest selbst.

Lieschen Müller steckt vermutlich in jeder von uns, ich habe sie bei mir jedenfalls gefunden!

Gabriele Sbrisny

 
Ich habe ein Buch, was ich wärmstens empfehlen kann. ‘Bevor ich jetzt gehe’ (orig. When Breath Becomes Air) ist das posthum erschienene Buch des amerikanischen Neurochirurgen Dr. Paul Kalanithi. Kalanithi berichtet von seiner unverhofften Erkrankung an Lungenkrebs und der Patientenrolle, in der er sich plötzlich wiederfand. Seine Niederschriften illustrieren in eloquentem Schreibstil und bewegendem Ton, wie er diesen Wandel erlebt hat – als Arzt, als Vater, als Ehemann, als Mensch. Es ist ein Buch über Liebe, Familie, Berufung und Resilienz; und trotz (oder gerade wegen) der trüben Materie eine Hommage an das Arztsein und an das Leben schlechthin. 
 
Sarah Elasfour 
 

Ein gutes Buch für alle Frauen, die in den Machtstrukturen hängen und versuchen noch besser zu werden, um voranzukommen. Die wichtige Message dieses Buchs ist es – „wer sich durchsetzen will, muss sich einfach durchsetzen, und nicht die Qualität unendlich polieren.

 

In dem Buch sind vielen Beispielen, wie die Männer Karriere machen, worauf Sie Wert legen und was sind die Schritte nach oben. Einige Verhaltensweisen sind für viele Frauen auf den ersten Blick undenkbar.

Ich persönlich habe viele der beschriebenen Situationen selbst erlebt und konnte wertvolle, praktische Tipps mitnehmen. Auch das Verhalten meiner Kollegen und mein eigenes kann ich besser verstehen.

Eine gut strukturierte, unterhaltsame Lektüre, die ich weiterempfehlen kann, insbesondere für Frauen, die erstmalig eine Führungsposition haben oder sich in einer Männerdomäne positionieren möchten.

Kristina Korsake