Ausbildungsinhalte der Fachgebiete

                                       Indikationsliste Viszeralchirurgie

Grundsätzlich möglich sind elektive, nicht infektiöse operative Eingriffe. Dazu gehören
– Operationen bei denen keine Röntgentechnik zum Einsatz kommt (bzw. die Schwangere während der Röntgenphase den Kontrollbereich verlässt)
– laparoskopische oder roboterassistierte Eingriffe (Inzision und (Faszien) Naht wird durch die Assistenz durchgeführt)
– Durchführung von einzelnen Operationsteilschritten (ohne Knochenbeteiligung)
– Operationen mit Dauer von 2 bis max. 4 Stunden, sonst sind Pausen einzuhalten
– Die Operationen sind durchzuführen als Operateurin oder 1. Assistenz keine Lagerungstätigkeiten
– Verfügbarkeit eines chirurgischen Backups für ggf. eintretende Notfallsituation im OP und für akute gesundheitliche Probleme der Schwangeren

Schutzmaßnahmen für die Schwangere:

– Aktualisierter Immunstatus der Schwangeren
(S2k-Leitlinie 093-001 Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen)
– Präoperatives Patientenscreening hinsichtlich ·
           Hepatitis B/ · Hepatitis C und HIV und
– möglichst auch hinsichtlich Parvovirus B 19, Toxoplasmose und Cytomegalie
– Serologie der Schwangeren entsprechend der Mutterschutzvorgaben muss bekannt sein
– Information ALLER beteiligter Fachabteilungen

Narkose:

Narkoseführung mit total-intravenöse Anästhesie bzw.
– Prüfung, ob regionalanästhesiologischen Verfahren der Vorrang gegeben werden kann
– Bei geplantem thorakalem Zugang zwingend kontinuierliche Narkoseführung mit total intravenöser Anästhesie
– Bei der Durchführung von Inhalationsanästhesien Verwendung
           leckagearmer Narkosesysteme
           mit aktive und intakte Narkosegas-Absaugung
           Beachtung möglicher Leckagen an den Schnittstellen zu den tiefen Atemwegen des Patienten

OP- Saal:

– Tragen von Mund- und Nasenschutz
– Tragen von doppelten Handschuhen (Indikatorhandschuhe)
– Sitzmöglichkeit im OP

Operation:

– Prüfung, ob Operationen sitzend vorgenommen werden können
– Koagulationsgase müssen durch Absaugsysteme reduziert werden
– Einsatz elektrischer Schneidegeräte mit Direkt- Absaugfunktion
– Sofern möglich Verwendung stichsicherer Instrumente (z. B. stumpfe Trokare)
– Präparatefixierung mit Formalin erfolgt außerhalb des OPs
– Eingriffe unter stetiger Sichtkontrolle (insbesondere bei Assistenz)

 
 
 
 

Quellen:
Gesetz zur Neuregelung des Mutterschutzrechts vom 23. Mai 2017, Bundesgesetzblatt Jahrgang 2017 Teil I Nr. 30,
ausgegeben zu Bonn am 29. Mai 2017, S. 1228 – 1244.

Im Internet:
https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?start=%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117s1228.pdf%27%5D#__bgbl__%2
F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117s1228.pdf%27%5D__1579444888507; Stand: 20.01.2020

Leitfaden „Schwanger in der Chirurgie“ des Universitätsklinikums Schleswig- Holstein, https://www.uniluebeck.de/fileadmin/uzl_gleichstellung/Familienportal/Brochueren/Leitfaden_Schwanger_in_der_Chirurgie_150210.pdf;
Stand: 20.01.2020